Keine abwertende Sprache im Code verwenden

  • Ihr habt das ja bei WoltLab wahrscheinlich mitbekommen, aber zahlreiche Projekte (nicht nur Chrome und Firefox, diese Bewegung ist viel größer) streichen diverse Begriffe aus ihrer kompletten Code-Basis, welche äußerst kritisch zu betrachten sind, da sie rassistische Stereotype erzeugen, darunter "Blacklist" und "Whitelist". Das sollte hier in jedem Fall auch geschehen, zumal es gerade dafür eh passendere Begriffe wie "Blocklist" oder "Allowlist" gibt.


    Gleiches gilt für die Benennung des Standard-Branches auf GitHub, wegen "master/slave". Auch hier haben bereits zahlreiche Projekte vorgemacht, wie es gehen kann. GitHub will diesbezüglich selbst seinen Standard ändern. Recht populär ist "main", aber ich will mich da genauso wenig wie beim Code selbst auf Bezeichnungen festlegen.


    Eigentlich ist das ja längst alles überfällig, aber da das Thema gerade groß ist, ist das jetzt vielleicht genau der richtige Zeitpunkt, das auch mal hier vorzubringen. Ich bin mir sicher, dass das ein Vorschlag ist, der bei manchen jetzt für ein Augenrollen sorgen wird. Allerdings halte ich das Thema für extrem wichtig und WoltLab kann hier mit ein Zeichen setzen.


    Nachtrag: Da es schon eine erste Lachen-Reaktion gibt: Rassismus, wenn auch ungewollt, ist ein ernstes Thema und definitiv nicht zum Lachen. Klar, es gibt Vorschläge, die findet nicht jeder sinnvoll. Aber es gibt eben auch Themen, da sollte man dann zumindest auf seine Reaktion und was man damit aussagt achten.

    "Wir finden Worte, die wie Geschosse treffen, wir leisten Schwüre, die niemals zerbrechen. Wir steh'n zusammen auch wenn man uns nicht mag, wir leben schneller, schneller in den Tag. Unsere Metaphern sind teuflische Ikonen, harte Aphorismen, gewagte Abstraktionen. Ein Strauß von Versen im Idiomenbeet, verbale Blüten wie es geschrieben steht."


    (Saltatio Mortis)

    Edited 3 times, last by Cadeyrn ().

  • Nachtrag: Da es schon eine erste Lachen-Reaktion gibt: Rassismus, wenn auch ungewollt, ist ein ernstes Thema und definitiv nicht zum Lachen. Klar, es gibt Vorschläge, die findet nicht jeder sinnvoll. Aber es gibt eben auch Themen, da sollte man dann zumindest auf seine Reaktion und was man damit aussagt achten.


    Kann nur mit dem Kopf schütteln. :D

    Und nein ich bin deswegen kein Rassist.

  • Es betrifft dich halt nicht, ich versteh schon… Das ist eben ein grundsätzliche Problem mit einem Teil unserer Gesellschaft. Solange es nur andere betrifft, gibt es kein Problem. Wenn du das so siehst, ist das zu akzeptieren. Aber sich darüber lustig zu machen, ist vielleicht auch nicht der richtige Umgang mit dem Thema. Denk da vielleicht mal drüber nach.


    Wenn man aber ganz objektiv an das Thema geht, bemerkt man schnell: Es gibt überhaupt keinen Grund, diese Begriffe zu verwenden, da könnten problemlos andere Begriffe stehen. Und wenn man die freie Wahl hat zwischen einem Begriff, der einen zweifelhaften Ursprung hat, und einem Begriff, der bedenkenlos eingesetzt werden kann, welcher Schaden entsteht, wenn man sich für zweiteren entscheidet? Mir fällt keiner ein. Es ist nun einmal Fakt, dass wir heute Begriffe wie selbstverständlich verwenden, die allerdings problematisch sind, wenn man überlegt, was damit für Stereotype erzeugt werden. Und wäre das Thema so lachhaft, würde jetzt auch nicht so eine große Bewegung stattfinden, welche sogar Riesen-Konzerne wie Google veranlasst, Änderungen vorzunehmen. Worte haben eine Bedeutung und derer sollte man sich bewusst sein, selbst wenn die Absicht eine völlig andere ist. Das hat für mich etwas damit zu tun, auch mal über den eigenen Tellerrand hinausschauen zu können. Nur weil es mich persönlich nicht juckt, heißt das nun einmal nicht, dass andere Menschen da emotionslos sind.

    "Wir finden Worte, die wie Geschosse treffen, wir leisten Schwüre, die niemals zerbrechen. Wir steh'n zusammen auch wenn man uns nicht mag, wir leben schneller, schneller in den Tag. Unsere Metaphern sind teuflische Ikonen, harte Aphorismen, gewagte Abstraktionen. Ein Strauß von Versen im Idiomenbeet, verbale Blüten wie es geschrieben steht."


    (Saltatio Mortis)

    Edited 4 times, last by Cadeyrn ().

  • muss denn wirklich über all whitewashing betrieben werden.


    Darf ich bald auch keine Schwarze Farbe mehr kaufen (Black Color) und wenn wir dabei sind Verbietet Cola. :whistling:8o


    Ich verstehe den grund Gedanken ja schon, aber über all wo was was farbiges ist zu ändern ist auch nicht das richtige Zeichen.

  • Nach dem Vergleich würde Schwarz für etwas Schlechtes stehen. Das trifft also so gar nicht das, was hier angeregt werden soll. Wieso muss man Gut und Schlecht überhaupt mit Farben in Verbindung bringen? Was ist deiner Meinung nach das Problem mit Blocklist und Allowlist? Die Begriffe beschreiben doch sogar viel besser, was deren Sinn ist, als Blacklist und Whitelist.

    "Wir finden Worte, die wie Geschosse treffen, wir leisten Schwüre, die niemals zerbrechen. Wir steh'n zusammen auch wenn man uns nicht mag, wir leben schneller, schneller in den Tag. Unsere Metaphern sind teuflische Ikonen, harte Aphorismen, gewagte Abstraktionen. Ein Strauß von Versen im Idiomenbeet, verbale Blüten wie es geschrieben steht."


    (Saltatio Mortis)

  • man muss jetzt nicht wegen übertriebener politischer Korrektheit das Rad neu erfinden...


    hat sich je ein SQL Server beschwert dass er nur der Slave war anstatt der Master sein zu dürfen?

    Die Leute sollten langsam aufhören sich künstlich über Dinge aufzuregen die sie eigtl nicht betreffen...


    die Betroffenen hingegen beschweren sich kaum bis garnicht über solche Dinge (weil da teilweise lächerliche Vergleiche stattfinden)

    aber es gibt immer irgendeinen Gutmenschen da draussen der meint er muss die Partei Ergreifen und es ins lächerliche ziehen


    und NEIN auch ich bin kein Rassist... ich hasse alle Menschen gleichermaßen ausser die Dummen... die liebe ich am meisten...


    sollte hier nun der eine oder andere eine Prise Sarkasmus finden...lass den anderen auch den Spass am suchen und verrate ihnen nicht gleich wo sie ihn finden...

  • Zumal doch keiner ein Nachteil hat, wenn das jetzt z.B. "Blocklist" statt "Blacklist" heißt, oder?

    Außer, dass die Kompatibilität darunter leidet und die sollte immer noch die höchste Priorität haben. Das in einer späteren Version zu ändern, ok, aber nicht rückwirkend. Das würde einen zu großen Rattenschwanz mit sich ziehen.


    welche sogar Riesen-Konzerne wie Google veranlasst, Änderungen vorzunehmen

    Die großen Konzerne machen das tatsächlich nur für ihr Image. Hat man gemerkt als Fridays for Future noch groß in der Presse war. Auf einmal hat jeder Konzern etwas für Umwelt gemacht. Kaum sind die nicht mehr in der Presse, interessiert das auch die Konzerne nicht mehr. Dazu gibt es ein tolles Video von Bohemian Browser Ballett:

  • Wie wäre es einfach damit, dass betroffene sich dazu äußern? Ich bezweifle, dass irgendeiner weiß wie ein anderer Mensch sich fühlt.


    Zumal doch keiner ein Nachteil hat, wenn das jetzt z.B. "Blocklist" statt "Blacklist" heißt, oder?

    Naja, irgendwo ist es ja in der EDV-Welt auch eine Fachsprache, die man damit kaputt macht/ändert. Ich finde halt, dass das zu weit geht. Dann sollen die das auch in einem Autobremssystem ändern.

    Da gab es ein Meme zu, da das auch einen Master Cylinder und einen Slave Cylinder gibt.

  • Nach dem Vergleich würde Schwarz für etwas Schlechtes stehen. Das trifft also so gar nicht das, was hier angeregt werden soll.

    Blacklist verbinde ich persönlich nicht mit etwas Schlechtem.


    Es betrifft dich halt nicht, ich versteh schon… Das ist eben ein grundsätzliche Problem mit einem Teil unserer Gesellschaft. Solange es nur andere betrifft, gibt es kein Problem.

    Ich habe dieses Thema gerade auf der Arbeit 3 schwarzen Kollegen gezeigt und alle 3 fanden es albern. Betrifft es die auch nicht? Dass es einen nicht betrifft, ist nicht zwingend der Grund dafür, dass man es albern findet.



    Ich persönlich finde die Thematik ehrlich gesagt etwas übers Ziel hinaus geschossen, stört mich allerdings auch nicht wenn das geändert wird. Betrifft mich ja aber auch nicht, wie du wohl sagen würdest :)

  • Außer, dass die Kompatibilität darunter leidet und die sollte immer noch die höchste Priorität haben. Das in einer späteren Version zu ändern, ok, aber nicht rückwirkend. Das würde einen zu großen Rattenschwanz mit sich ziehen.

    Das ist natürlich nochmal ein anderer Punkt, aber kein Hindernis. Früher oder später kommt ja eh eine neue Major-Version, wo etwas anderes inkompatibel wird. Ich kann mir gut Vorstellen, dass dies mit PHP 8 schon der Fall sein könnte, dies ist aber ein anderes Thema.

  • Das ist natürlich nochmal ein anderer Punkt, aber kein Hindernis. Früher oder später kommt ja eh eine neue Major-Version, wo etwas anderes inkompatibel wird. Ich kann mir gut Vorstellen, dass dies mit PHP 8 schon der Fall sein könnte, dies ist aber ein anderes Thema.

    Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass das nicht einfach von heute auf morgen geändert werden kann. Das wird eine längere Zeit dauern.

  • Die Begriffe beschreiben doch sogar viel besser, was deren Sinn ist, als Blacklist und Whitelist.

    Wenn man die Namensgebung anders interpretiert ist das kaum ein Problem. Das in Papiere durch Druckerschwärze Stellen unkenntlich gemacht wurden und jene Papiere davon unberücksichtigt waren Weiß blieben... Wenn man den Begriff negativ (uppps.. da ist "nega" ja drin...) sehen will muss man den ganzen Wortschatz einmal unter die Lupe nehmen. Und das bei allen Wörtern die irgendwie, irgendwen diskriminieren.


    Tschuldigung - bin hier raus..


    Und nein - ich bin kein Rassist.

  • Die Leute sollten langsam aufhören sich künstlich über Dinge aufzuregen die sie eigtl nicht betreffen...


    Du hast das Problem aber schon verstanden, oder? Gerade die, die es nicht betrifft, müssen hier ein Statement setzen. Wenn das ausschließlich anders herum passiert, ergibt das nur wenig Sinn, wenn sich etwas ändern soll. :/


    die Betroffenen hingegen beschweren sich kaum bis garnicht über solche Dinge (weil da teilweise lächerliche Vergleiche stattfinden)


    Das kann ich so nicht bestätigen. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Kreis derer, von denen ich wahrnehme, was sie äußern, international ist, nicht auf den Ort begrenzt, in dem ich lebe. Es gibt Länder, da ist das Thema noch viel größer. Was für uns hier ja gut ist. Aber Software ist international.


    aber es gibt immer irgendeinen Gutmenschen da draussen der meint er muss die Partei Ergreifen und es ins lächerliche ziehen


    Erst hatte ich mich durch den Gutmenschen-Begriff beleidigt gefühlt, dann hab ich aber zum Glück gemerkt, dass du mich gar nicht meinen kannst. Denn ich ziehe das Thema, im Gegensatz zu manch anderem hier, nicht ins Lächerliche, sondern versuche ganz im Gegenteil eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema anzuregen.


    Zumal doch keiner ein Nachteil hat, wenn das jetzt z.B. "Blocklist" statt "Blacklist" heißt, oder?


    Danke, genau darauf will ich die ganze Zeit hinaus. Niemandem entsteht ein Schaden. Und trotzdem wird sich hier aufgeregt - weil es einen selbst nicht betrifft. Das ist genau der Kern des Problems.


    Außer, dass die Kompatibilität darunter leidet und die sollte immer noch die höchste Priorität haben. Das in einer späteren Version zu ändern, ok, aber nicht rückwirkend. Das würde einen zu großen Rattenschwanz mit sich ziehen.


    Eh klar, rückwirkend wird nicht funktionieren. Mein Vorschlag ist eine Anregung für die Zukunft. Niemand verlangt, die Vergangenheit zu ändern, aber wenn man die Möglichkeit hat, es in der Zukunft besser zu machen, sollte man die Chance ergreifen. :)


    Die großen Konzerne machen das tatsächlich nur für ihr Ansehen. Hat man gemerkt als Fridays for Future noch groß in der Presse war. Auf einmal hat jeder Konzern etwas für Umwelt gemacht. Kaum sind die nicht mehr in der Presse, interessiert das auch die Konzerne nicht mehr.


    Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob das tatsächlich auf jeden zutrifft, mag das schon stimmen. Andererseits: Besser aus den falschen Gründen das Richtige tun als überhaupt nicht. ;)


    Blacklist verbinde ich persönlich nicht mit etwas Schlechtem.


    Der Vergleich von Burakkii Inaba hat daraus aber etwas Schlechtes gemacht. Und genau dieser Vergleich verdeutlicht, dass das Problem real ist.

    "Wir finden Worte, die wie Geschosse treffen, wir leisten Schwüre, die niemals zerbrechen. Wir steh'n zusammen auch wenn man uns nicht mag, wir leben schneller, schneller in den Tag. Unsere Metaphern sind teuflische Ikonen, harte Aphorismen, gewagte Abstraktionen. Ein Strauß von Versen im Idiomenbeet, verbale Blüten wie es geschrieben steht."


    (Saltatio Mortis)

  • Hier sieht man mal das wahre Gesicht von jemanden...

    Dann sag mir was du siehst.


    Rassist?


    Bestimmt nicht, ich glaube ich habe mehr Ausländische Freunde als du Ausländer kennst, mein Lehrgeselle war Türke und ein super Typ, alles was ich als Schmied kann, Hab ich von ihm gelernt.


    Ich kann dir aber sagen das sich alles in den letzten 40 Jahren sehr geändert hat und das nicht zum besseren.


    Aber nennt den Kram wie ihr wollt, soll mir recht sein.

  • Naja, irgendwo ist es ja in der EDV-Welt auch eine Fachsprache, die man damit kaputt macht/ändert.

    Sprache ist immer im Wandel und mMn. kann man eine Sprache nicht "kaputt machen/ändern". Sprache ist das was wir draus machen und vor 20 Jahren hätte ja auch keiner gedacht, dass z.B. "googeln" in den Duden kommt.


    Ich persönlich verstehe nicht, warum manche so an Wörtern hängen und man über sowas diskutieren muss. Mein Gedankengang bei sowas ist halt folgender:

    1. Gibt es einen Grund der gegen eine Umbenennung spricht? (ja/nein)
    2. Wenn nein, dann auf die ToDo für einen Zeitraum wo es passt (dafür jetzt extra eine neue Major Version zu schaffen ist mMn. schwachsinnig).

    Diese ganze Diskussion kann man sich sparen und ist mMn. nur ein Armutszeugnis (da es einfach keinen Grund dagegen gibt, es in einem gewissen Zeitraum umzusetzen).

  • Ich sehe keinen Grund für derartige Änderungen. Denn die Bezeichnungen haben mit Sicherheit keine politisch inkorrekten Hintergründe und wurden auch von "betroffen" sicherlich in all den Jahren nie so aufgefasst, aber dennoch verwendet. Sonst hätte sich schon viel früher etwas geändert.


    Nur, weil irgendwer jetzt meint, etwas in derartige Begrifflichkeiten rein interpretieren zu müssen, dreht nun so manch einer am Rad. Imho total unnötig.

  • Rassist?


    Bestimmt nicht, ich glaube ich habe mehr Ausländische Freunde als du Ausländer kennst, mein Lehrgeselle war Türke und ein super Typ, alles was ich als Schmied kann, Hab ich von ihm gelernt.

    Nur weil man ausländische Freunde hat, heißt es nicht, dass man kein Rassist sein kann. Diese Argumentation greift vorne und hinten nicht.


    Aber zu deiner Frage: MMn. war deine Aussage diskriminierend.